Das Warao-Projekt

15.11.2005

 

Die Warao stellen mit rund 25.000 Individuen die zweitgrößte indianische Ethnie in Venezuela. Sie leben im Orinoko-Delta und den angrenzenden Regionen, den Estados "Monagas" und "Delta Amacuro". Ursprünglich Sammler und Fischer, gehen sie heute einer Vielzahl von Aktivitäten nach, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Neben Fischen, Jagen, Sammeln und Brandrodungsfeldbau arbeiten die Erwachsenen als Tagelöhner für Palmherzfabriken und Sägewerke oder in den Städten Warao im Orinoko-Delta Tucupita und Barrancas, wo sie unter Slumbedingungen leben. Denn wie wir alle, so brauchen auch die Warao Geld. Sei es für Grundnahrungsmittel in Zeiten der Knappheit, wenn Fische rar sind oder die Pflanzungen noch nicht gereift. Oder für Stoff, Kleidung und das Benzin der Außenbordmotoren, die sie zu weiter entfernten Feldern oder bei schwerer Krankheit die Stadt bringen. Doch die wenigen Geldverdienstmöglichkeiten sind selbst nach lokalen Maßstäben ausgesprochen schlecht bezahlt. Der Verkauf von Kunsthandwerk ist da immerhin eine bescheidene Einnahmequelle. Die Männer fertigen Tiere aus leichtem Balsaholz und die Frauen stellen Körbe aus Palmfasern für den Verkauf an Touristen her. Auch viele Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens sind kunstvoll gefertigt wie etwa die Hängematten und Siebe. Der Absatzmarkt vor Ort ist sehr begrenzt und Zwischenhändler zahlen schlecht. Örtlich haben sich immerhin einige Kooperativen gebildet, mit denen man die Arbeit aufnehmen kann.

Die Ethnologin Stefanie Herrmann hat 1998-1999 ein Jahr in einem Warao-Dorf gelebt und das Delta seither wiederholt besucht. Zunächst will sie im kleinen Rahmen Kunst- und Handwerksprodukte importieren und auf Veranstaltungen anbieten. Die auf diese Weise erwirtschafteten Gewinne sollen in Projekte investiert werden, die in verschiedenen Dörfern konkret die Lebensbedingungen der Bewohner verbessern. Inzwischen konnte Stefanie Herrmann für ihr Projekt ihre Freundin Ircka Caldera vor Ort als eine Art hauptamtliche Projektleiterin verpfichten. Desweiteren hat sie dazu beigetragen, ein öffentliches Telefon in dem Dorf im Orinoko-Delta zu installieren, um den Kontakt mit den Dorfbewohnern zu intensivieren. Ende 2007 konnte sie einen Österreicher mit seiner Tochter als aktive Unterstützer für Ihr Projekt gewinnen. Gemeinsam mit den beiden reiste sie im Januar 2008 zu ihrem Volk in Wakahara, um dort marode Wassertanks zur reparieren und neu zu installieren. Geplant sind in Zukunft der Bau von Latrinen, um die sanitäre Situation weiter zu verbessern.

Wir haben das Projekt bis jetzt mit 3.453,5o Euro unterstützt. (Stand 30.12.2009)

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