1.Tag

Nach San Pedro

Freitag, 27.10.2000

 

Bei Tagesanbruch um 6:00 Uhr stehe ich auf ohne geweckt zu werden. Bevor ich aus dem Bett steige, werfe ich einen Blick auf den Boden. Leicht hätte ein unangenehmes Tier, wie zum Beispiel ein Skorpion, durch den Türspalt herein kommen können. Tatsächlich hat ein kleiner Frosch diesen Weg gefunden und sitzt nun still verharrend vor unseren Betten. Von ihm ist wohl keine Gefahr zu erwarten und ich gehe ins Bad. Aus der Dusche läuft, obwohl der Hahn voll aufgedreht ist, nur ein kleines Rinnsal kaltes Wasser, aber es reicht, um den Schaum vom Leib zu spülen. Außerdem ist es auch sehr erfrischend, denn die Temperaturen sind am Morgen nur unwesentlich tiefer als am Tag. Durch die von mir erzeugten Geräusche wacht auch Ivan auf, mit dem ich das Zimmer teile. Während er seine Morgentoilette verrichtet, gehe ich zu den beiden anderen nebenan, um auch sie zu wecken. Doch noch vor meinem Klopfen an der Tür höre ich von innen, wie ver- und umgepackt wird. Bodo und Markus sind auch schon länger wach. Nicht nur wir hatten heute Nacht Besuch bekommen. Bei ihnen hat sich ebenso ein kleiner Frosch eingeschlichen. Schnell sind unsere Sachen zusammen gestellt und wir machen uns auf den Weg zum Haupthaus, um unser Zimmer zu bezahlen. Jedoch ist in dem mit Chikichiki bedeckten, aus roten Backstein gebauten, vergitterten Haus noch kein Lebenszeichen auszumachen, so gehen wir zurück um auf Mario zu warten, mit dem wir uns um 7:00 verabredet hatten.

 

Ivan wird wieder nervös, als der gesetzte Termin verstrichen ist. Er kann Unpünktlichkeit nicht ausstehen. Doch 10 Minuten Verspätung liegt noch im Bereich der Toleranz. Mit metallischen Geklapper der Eisenbrücke kündigt sich der alte weiße Entladen des Pichup´s am Hafen von Samariapo am Rio Orinoco Landcruiser mit roter Türe von der Ferne an. Der Auspufflärm lässt vermuten, dass zwischen dem Krümmer und dem Endtopf keine direkte Verbindung mehr besteht. Mario begrüßt uns und erkundigt sich nach unserem Befinden. Alles klar, nur die Zimmer sind noch nicht bezahlt. Er begleitet uns. Noch immer ist alles still. Er ruft einige spanische Wörter durch die Gitterstäbe und schon bald erscheint eine Frau, die noch etwas verschlafen wirkt. 10.000 Bs, umgerechnet etwa 33 DM, die Nacht für ein Doppelzimmer ist ein angemessener Preis. Sie wünscht uns eine gute Reise und wir gehen zurück zum Wagen. Vollgestopft mit Rucksäcken bleibt kaum Platz für uns auf dem Vehikel. Bodo und ich finden auf der Ladefläche ein Stückchen, Ivan und Markus zwängen sich vorne auf die Sitzbank. Die Türe lässt sich nur mit einem Riegel verschließen, der wenig vertrauenserweckend die Insassen vor dem Herausfallen sichern soll. Der Anlasser hat Schwierigkeiten die Kolben in Schwung zu bringen, doch erstaunlicherweise gelingt es ihm auch heute wieder. Zwischen den umherlaufenden Hühnern fahren wir den holprigen Sandweg durch das weitläufige Gelände vor zur Hauptstraße, der wir nach rechts Richtung Innenstadt folgen. Nach wenigen Minuten erreichen wir über die Ringstraße Alvaros Lager. Ein vollbeladener LKW steht vor dem offenen Metalltor. Er wurde schon am frühen Morgen mit einigen Helfern beladen. Man begrüßt uns und bietet uns eine Tasse Kaffee an. Nach ein paar kurzen Ok-Rufen werfen wir unsere Rucksäcke so auf die Ladefläche, dass wir auch noch Platz finden.

 

Hanoi, Alvaros Tochter, möchte uns begleiten und steigt vorne im Führerhaus mit ein. Wir suchen zusammen mit Mario und Hilario hinten zwischen der Ausrüstung und dem Außenborder einen Platz. Es ist so voll, dass vier von uns stehen müssen. Aus der Hofeinfahrt biegen wir auf die Ringstraße und fahren stadteinwärts zu einem Eisenwarenhändler, bei dem Ivan und ich zwei Macheten und Hilario noch ein paar Ersatzteile kaufen. Anschließend holen wir noch Tamaira von zuhause ab. Die Fahrt führt uns vorbei an einem eigentümlichen Haus, das ein Architekt auf einen großen Felsen gebaut hat. Danach kommt der Fischmarkt. Intensiv steigt uns der Geruch in die Nase. Der "frische" Fang wird dort direkt aus Schubkarren verkauft. Teilweise wird er mit Eisblocks, meist jedoch werden nur die durch den Geruch angelockten Fliegen mit Fächern aus Palmwedeln vertrieben. Aus den Kuriose Stromleitung in Puerto Ayacucho Bekleidungsgeschäften dröhnt lauter Soul. Langsam drängen sich die Autos durch die Hauptstraße. Nicht nur weil Rushhour ist, sondern auch weil weiter vorne sich ein Autofahrer mit anderen unterhält. Um neun Uhr machen wir an einer kleinen Bar halt, um zu Frühstücken. Bei mit Fleisch gefüllten heißen Maisfladenbroten, die Arepas heißen, Kaffee und Saft beobachte ich das Treiben auf der Straße.Mir fallen Masten auf, an denen zig Kabelenden hängen und die so abenteuerlich miteinander verbunden sind, dass Elektriker hierzulande die Hände über dem Kopf zusammen schlagen würden. Vermutlich sind in solchen Gewirren die Ursachen der täglichen Stromausfälle zu finden. Es drängt die Zeit und wir fahren weiter. Der Verkehr lässt schnell nach. Am Stadtrand erreichen wir die erste Kontrolle der Guardia Nacional. Ihre Aufgabe soll den illegalen Warenverkehr zwischen Kolumbien und Venezuela verhindern. Es werden ein paar Worte gewechselt und wir dürfen nach kurzer Zeit die Fahrt zum südlichen Hafen fortsetzen. Unüberwindbare Stromschnellen lassen die Schifffahrt dem Orinoko hinauf in Puerto Ayacucho enden. Es folgen noch zwei weitere und erst ab Samariapo kann man mit größeren Booten weiter stromaufwärts fahren. Weiter geht es der holprigen Straße in Richtung Südwesten. Schlaglöcher, die sich teilweise über die gesamte Fahrbahn erstrecken, lassen die Fahrt ähnlich einer Achterbahn werden. Savannen, auf denen ein bisschen Viehzucht betrieben wird, wechseln sich mit Hügeln aus schwarzen Granit und Dschungel ab.

 

Wir überqueren den grünen Fluss auf einer einspurigen rostigen Stahlbrücke und nach ein paar Kilometern kommen wir zum Schildkrötenberg, den "La Tortuga". Es sind zwei Hügel, ein großer und ein kleiner, die in einer Einheit die Form einer Schildkröte bilden. Schwarze, metergroße Granitfindlinge erzeugen einen wunderbaren Kontrast in den saftig grünen Wiesen. Etwa auf halber Strecke kommt wieder eine Kontrollstation der Guardia Nacional. Die seien etwas strenger, meint Mario. Und tatsächlich. Wir werden aufgefordert unsere Pässe vorzuzeigen. Männer in Uniformen mit Maschinengewehren kontrollieren den Wagen, die Papiere für den Außenborder und vergleichen die Seriennummer unseres Gewehres mit der Kaufrechnung. Auch jeder einzelne von uns wird mit dem Lichtbild seines Reisepasses verglichen. Hanoi wird von einem Vorbereitung unseres Bongo´s vor dem Beladen Soldaten in einen Unterstand begleitet, wo die Genehmigungen für die Durchfahrt abgestempelt werden, sowie die Namen der einzelnen Personen in einem Buch festgehalten werden. Wer in diese Richtung fährt, muss auch aus dieser Richtung wieder zurückkommen. Dann wird er aus der Liste gestrichen. Nach etwa 10 Minuten können wir weiter fahren und nach weitern 35 Minuten erreichen wir die dritte und auch letzte Kontrolle, die sich direkt am Hafen befindet. Eine kurze Passkontrolle und wir dürfen bis zum Ufer fahren. Der Hafen Samariapo liegt in einer geschützten Lagune des Orinoko. Einige wenige Häuser mit Bars, der Hafenverwaltung und andere stehen auf beiden Seiten der Straße. Im Wasser liegen mehrere große und kleine Bongos. Ein paar liegen direkt am Ufer, andere sind etwas abseits an Büschen und Bäumen angekettet. Durch den ständig wechselnden Wasserstand des Orinokos fehlt ein Kai. Ein Bongo liegt gekentert auf dem Dach in der Lagune. Nach dem Hochwasser war es auf einem Stein aufgelaufen und umgekippt. Während wir mit vereinten Kräften den LKW entladen paddelt Hilario mit einem kleinen Boot über die Lagune und holt unser Bongo. Durch Regen und einigen undichten Stellen ist das Boot mit Wasser vollgelaufen, das mit Hilfe von Kanistern erst ausgeschöpft werden muss. Nach und nach verladen wir alle Ausrüstungsgegenstände und die schweren Spritfässer ins Boot.

 

Durch den runden Rumpf muss die Ladung gleichmäßig verteilt werden, damit das Bongo nicht schief im Wasser liegt. Hilario kümmert sich um die Montage des Außenborders, Mario und Tamaira richten die "Küche" ein. Nach einer Stunde ist alles fertig für die Abreise. Wir verabschieden uns von Hanoi und Mario schiebt das schwere Boot vom Ufer in die Lagune. Mit den typischen Klang eines 2-Takt-Motors knattern wir langsam Richtung Fluss. Umgestürztes Bongo am Hafen von Samariapo Einige Kinder, die in der Lagune baden, winken uns ebenfalls zum Abschied zu. Nach einer langen Linkskurve biegen wir nach Süden in den fast 3 km breiten durch Sediment getrübten Strom. Der Fahrtwind lässt uns das Schwitzen und die kleinen lästigen Fliegen schnell vergessen. Sitzkissen werden verteilt, um das Gesäß auf den harten Holzbänken zu schonen. Eigentlich ist das Tragen von Schwimmwesten vorgeschrieben, doch hält sich niemand daran. Mario klärt uns über die Konsequenzen auf: "Wenn einer von euch absäuft, wird sie euch nachträglich angelegt, sonst verliert unsere Agentur die Konzession". Nach 40 Minuten erreichen wir die erste Kontrollstation auf der Isla de Raton. Um das südliche Gebiet des Bundesstaates zu reisen, bedarf es behördlicher Genehmigungen. Darin sind die Daten der Mitreisenden eingetragen, sowie Angaben über die mitgeführte Spritmenge. Der Verbrauch für die ca. 2.500 km lange Reise wurde vorher kalkuliert und den Behörden vorgelegt. Mehr als die erlaubten 2.000 Liter dürfen nicht mitgeführt oder gekauft werden, um ein illegales Geschäft mit Kolumbien zu verhindern. Dort liegt der Spritpreis um ein vielfaches höher als in Venezuela, die es versäumten auf Benzin Mineralölsteuer zu erheben. So sind auf der gesamten Strecke mehrere Kontrollstellen eingerichtet, die dafür Sorge tragen sollen, dass alle Einreisenden auch wieder ausreisen. Der Beamte in Raton ist nicht anwesend und wir warten geduldig. Weiterfahren hätte uns nichts gebracht, denn an der nächsten Station muss der Stempel und die Unterschrift von hier vorliegen. Also warten wir weiter. Nach 30 Minuten macht sich Mario auf den Weg um in der kleinen Ortschaft nach dem Beamten zu suchen. Er wird fündig, erhält Stempel und Unterschrift und die Reise kann weiter gehen. In der Zeit des Wartens hat Ivan versucht etwas Fisch zu fangen, doch der Erfolg lässt auf sich warten. So bereitet Tamaira das Mittagessen ohne Fisch vor. Es gibt Spaghetti mit Tomatensoße. Gegessen wird während der Fahrt an Bord. Vor uns brauen sich erste Gewitterwolken zusammen und bald darauf beginnt es zu regnen. Erst ein paar Tropfen, später dann so stark, dass die Sicht kaum mehr als 100 m beträgt. Durch den Fahrtwind werden Ivan und ich, die vorne im Boot sitzen, kräftig angefeuchtet. Jedoch ist der Regen angenehm warm und es stört uns wenig ein bisschen nass zu werden. Der Regen hält auch nur kurz an. Meist ist es nur eine einzige Wolke, aus der es kurz, aber heftig schüttet.

 

Die Sonne kommt bald wieder heraus und trocknet unsere Kleidung. Am Spätnachmittag legen wir eine Pinkelpause auf einem großen Stein am Ufer ein. Sofort werden die Angeln wieder ausgeworfen, aber auch diesmal wieder ohne Erfolg. Mario meint, dass durch die Nähe der Stadt, der Fluss in diesem Gebiet ziemlich leergefischt sei. Ohne dem kühlenden Der Hafen von Venado am Rio Orinoco Fahrtwind steigt die Temperatur scheinbar enorm. Der Schweiß schießt aus den Poren der Haut und im Nu sind unsere T-Shirts völlig nass. Tausende kleiner Fliegen umschwärmen uns wie Teenager ihren Idol. Von den Auswirkungen, die dies haben wird, haben wir jetzt noch keine Vorstellung, aber sie wird fatal. Wir müssen weiter, unser Ziel heißt San Pedro und liegt etwa in der Mitte zwischen Pto. Ayacucho und San Fernando de Atabapo. Ivan vertreibt sich die Zeit mit dem Trocknen seiner in Pto. Ayacucho gefangenen Käfern und Heuschrecken. Er sortiert sie sorgfältig in einer Blechdose, die ihm seine Mutter mit selbstgebackenen Plätzchen gegeben hat. Danach knotet er neue Angelhaken zusammen. Er hofft bald einen großen Fang zu machen. Bodo und Markus machen es sich bequem und dösen etwas vor sich hin. Ich versuche etwas in den Uferwäldern zu entdecken, jedoch ist das Ufer, je nachdem wo wir fahren, zu weit entfernt, um etwas erkennen zu können. San Pedro wird kurz nach Sonnenuntergang um 18:20 erreicht. 10 Minuten später ist es stockduster. Während Mario Kontakt mit Juan Meto, dem Familienvorstand von San Pedro, aufnimmt, wirft Ivan seine Angel aus. Doch schon nach ein paar Würfen geht die Spule kaputt. Der Umwurf ist heraus gesprungen, weil ein Sprengring fehlte. Er ist sehr verärgert über den Schrott. Mario versucht mit einer Zange aus einer Cola-Dose einen improvisierten Ring zu bauen, was ihm schließlich auch gelingt. Juan erlaubt uns, in der Hütte seiner Tochter zu übernachten. Er selbst hat sich etwas entfernt eine neue gebaut. Die Wände der Hütte sind aus Latten mit Palmblättern verkleidet, das Dach ist palmengedeckt. Die beiden Räume sind recht karg ausgestattet. In einer Ecke brennt auf einem Blech ein kleines Feuer, das zugleich als Herd dient. Einen Schornstein gibt es nicht. Der Rauch zieht durch die Ritzen der Wände und des Daches und vertreibt mit dem Brandgeruch sämtliche Fliegen und Insekten. Auf selbstgebauten Holzregal daneben befinden sich nur wenige Teller und Tassen und ein Topf. Das reicht um eine Familie zu versorgen. An einer Seite steht ein kleiner Tisch mit einer Bank. Hinter einem Brett, das an der Wand lehnt, versteckt sich eine Henne mit ihren Küken, auf einem Balken sitzt ein grüner Loro. Mehr ist in dem Raum nicht.

 

Wir müssen mit dem Aufhängen der Hängematten noch etwas warten, denn die Familie ist gerade beim Abendessen. Um halb acht sind sie fertig und überlassen uns den Raum. Aus dem Boot holen wir die Tonne mit den Hängematten und tragen sie hinauf zum Haus. Für Bodo und Markus ist es Premiere in Hängematten zu schlafen. Mario erklärt uns wie die Teile miteinander verknotet werden, wie das Moskitonetz aufgezogen wird und wie man alles an den Balken befestigt. Nach kurzer Zeit ist unser Nachtlager fertig. Markus testet die Stabilität, indem er sich in seine Matte setzt. Mit einem lauten Krachen sitzt er nun am Boden und auch die anderen vier Hängematten hängen durch. Ein Dachbalken ist gebrochen. Zum Glück ist nicht die ganze Ein Bongo mit Indianischen Händlern Hütte zerstört worden. Mit Draht wird der Balken wieder an seinem ursprünglichen Ort befestigt und wir testen ein weiteres Mal die Stabilität - es hält. In der Zwischenzeit hat Tamaira für uns gekocht. Heute gibt es Hähnchen mit Reis. Bodo - wohl erzogen - isst mit Messer und Gabel. Auch er wird bald feststellen, dass sich diese Art der Nahrungsmittelaufnahme bei nicht vorhandenem Tisch als sehr unpraktisch und unzweckmäßig erweist. Nach dem Essen sitzen wir noch gemütlich bei ein paar Bier zusammen und lernen uns noch näher kennen. Bodo muss immer öfter husten, hat Kopfschmerzen und er glaubt auch etwas Fieber zu haben. Womöglich hat er sich in der Eisgruft in Caracas eine Erkältung zugezogen. Wir geben ihm Aspirin und Paracetamol und hoffen auf eine baldige Genesung. Licht erhalten wir aus einer Glühbirne, die durch eine Autobatterie gespeist wird. Diese wird während der Fahrt vom Motor geladen. Hunderte von Mücken werden durch das Licht angezogen, lassen uns aber weitgehend in Frieden. Es fliegt weitaus weniger Getier herum, als wir angenommen haben. Um halb elf verlassen wir das Boot, gehen hinauf zur Hütte und legen uns in die Hängematten. Verängstigt quieken die Küken hinter dem Brett. Damit kein Ungeziefer in unsere Kleidung und Schuhe krabbeln kann, Stecken wir diese in die leeren Plastikbeutel und hängen diese an die Seile der Hängematten. Bodo braucht etwas länger, denn die Sorgfalt des Beamten beansprucht mehr Zeit.

 

Wir anderen liegen schon längst in der Matte, als ein kräftiger Ruck im Gebälk zu spüren und eine kurzes Aufstöhnen zu hören ist. Bodos Bettstatt hat sich vom Seil gelöst. Kaum ist es wieder angeknotet, geschieht das gleiche noch einmal. Irgend etwas stimmt bei Bodo´s Knotentechnik nicht. Ivan und Mario stehen wieder auf, um zu helfen. Der Knoten wird von Bodo richtig gebunden, aber warum löst er sich ständig? Ein kurzes Ziehen und er hält. Die beiden Helfer wollen sich gerade wieder hinlegen, als sie beobachten wie er den Beutel mit der Kleidung und die schweren Trekkingschuhe an das herunterhängende Seil bindet. Aah, da liegt das Problem! Die von Mario gezeigte Knotentechnik erzielt eine feste Verbindung zweier Seilenden, aber nur solange kein Zug auf das lose Seilende einwirkt. Dann nämlich löst sich dieser und genau daran befestigte Bodo seinen schweren Beutel und der Knoten war wieder offen. Hilario und Tamaira bleiben im Boot und hängen ihre Hängematten an den Streben des Daches auf.

 

In der Nacht beginnt es zu regnen. Laut prasseln die Tropfen auf das Dach, aber es bleibt dicht. Ich wache auf, die Zikaden zirpen und irgendwo schreit ein Geggo. Das Feuer in der Ecke ist inzwischen erloschen und ich schlafe bald wieder ein.