Zurück nach Cucurital

20.11. bis 23.11.2004

 

Maniok-Reiben In die Hängematten hatten wir uns noch bei sternklarem Himmel gelegt, doch werden wir durch immer lauter werdendes Prasseln auf die über uns gespannten Plastikplanen geweckt. Ein mächtiges Gewitter bricht über uns herein. Blitz und Donner gehen in einander und erhellen den Dschungel in ein gespenstisches Licht. Am Morgen ist alles wieder wie weg geblasen und wir können schon bald aufbrechen. Kurz nach unserem Lagerplatz ist auch schon die Mündung des Rio Manapiare erreicht, den wir schließlich in 4-stündiger Fahrt durch seine vielen Flußschleifen nach oben fahren. In San Juan de Manapiare müssen wir bei der Guardia Nacional den notwendigen Stempel zum Befahren des Manapiare und Ventuari abholen. Auf der Suche nach dem Posten haben wir gleich eine Stadtbesichtigung gemacht. Wir waren am Hafen, Flugplatz, Tanklager und in der Innenstadt. Alles in Allem 5 Straßen. Wir nutzen die Gelegenheit, in einem der 3 Läden gekühlte Cola zu kaufen. Ein Genuß seit dem das Eis in den Kühlbehältern geschmolzen ist. Wir besorgen uns noch eine Flasche Rum und für Agusto noch Diesel und einen Satz Batterien und machen uns nach 3 Stunden Aufenthalt wieder auf den Rückweg flußabwärts.

21.11.2004

Nach einer Nacht in einem lichten Waldstück mit den Hängematten geht es schon bald los San Juan de Manapiare nach Cucurital. Zunächst noch auf dem Manapiare, aber bald schon auf dem Ventuari Richtung Westen. Beim Zusammenfluß mit dem Marieta aus der Macizo de Cuao-Sipapo geht es weiter flußabwärts Richtung Süden. In Maco versuchen wir Agusto in Cucurital über Funk zu erreichen, jedoch sitzt er wohl gerade nicht an seinem Gerät. Erstaunt sind wir auch über den Namen der Ortschaft, denn bei der Herfahrt hatte die Gemeinde 30 km weiter südlich den gleichen Namen. Wir passieren im weiteren Verlauf die Mündung des Paru und überlegen uns dabei schon wieder eine Tour mit Wanderung von Tencua zum Rio Paru. Mal sehen. Inzwischen wird es auch schon wieder finster und da wir heute Cucurital nicht mehr erreichen können, schlagen wir unser Nachtlager am Rand eines neu angelegten Conucos auf.

Tankstelle in San Juan 22.11.2004

Schon bald brechen wir auf und fahren weiter, inzwischen in südwestlicher Richtung. In La Carmelita machen wir einen Halt. Die ehemalige Gemeinde hatte von den 60er Jahren bis Mitte der 80er einen regelrechten Boom und besaß unter anderem den größten Handwerksladen im Bundesstaat Amazonas. Der Grund war der Abbau von Kautschuk und vor allem die illegale Goldgräberei, die schließlich zum Ende von La Carmelita führte. Die Guardia Nacional verbot damals diesen Laden und heute sind nur noch ein paar verfallene Mauerreste übrig geblieben. Die Felsen am Ufer eignen sich hervorragend zum Fischen und Hilario zieht 2 riesige Sardinitas aus dem Wasser.

Am späten Vormittag erreichen wir schließlich Cucurital. Während Hilario und Crapi mit Agusto das Benzin umfüllt, nutzen wir die Zeit um unsere Wäsche zu waschen und zu baden. Ich frage den kleinen Nelson, ob ich einmal sein Bongo ausprobieren dürfte, doch nachdem ich unter schallendem Gelächter mich und das Boot 4mal im Ventuari versenke, lasse ich von dem Versuch ab. Am Nachmittag, nachdem Caki, der Maco-Indianer, die beiden Fische nach Indioart zum Räuchern auf den Rost gelegt Raupe am Flughafen hatte, fahren wir zum Angeln in eine Lagune zum Cano Cucurital. Danach freuten wir uns schon auf die beiden Fische zum Abendessen, doch als wir Caki fluchend und schreiend wieder von der Churuata herauf kommen und einen Hund quieken hören, ahnen wir schon das Unheil. Die Hunde haben den Fisch nicht länger liegen sehen können und freuten sich ebenso über das festliche Mahl.

23.11.2004

Vor unserer Abfahrt schieben wir noch Agustos Bongo auf die Felsen am Ufer und tauschen einen Fußball gegen ein geschnitztes Paddel, nachdem Agustos Kind so fürchterlich weinte, daß nur Caki´s Kinder einen Fußball erhielten.