Schon bald erreichen wir das Delta von Ventuari und uns fällt hier der gesunkene Wasserstand besonders auf. Zwischen den Inseln sind nun Tausende von großen und kleinen Felsen zu sehen, durch die uns Hilario manövrieren muß. Doch bei der Kontrollstelle in Sta. Barbara geraten wir fast in eine Sackgasse, aber Hilario geht aufs Ganze. Mit aufschleifendem Boden läßt er das Bongo einer etwa 50 cm hohen Stufe hinunter rutschen. Mit strahlendem Gesicht sitzt er nach diesem Manöver im Heck.
Am späten Nachmittag sind wir wieder in San Fernando de Atabapo und kaufen noch etwas Nachschub für die nächsten Tage, die wir noch auf dem Atabapo verbringen wollen.
24.11.2004
Nach einem ausgiebigen Bad und einem Kaffee im Pool "Atabapo" wollen wir die Genehmigung zum Befahren des Atabapo holen. Doch von der Guardia Nacional am Südende der Stadt werden wir zur Armee in den Norden geschickt. Dort erzählt man uns, daß für den 2-3 Tagestrip keine notwendig sei.
Also wieder zurück zum Hafen, um einen Abstecher in das Kolumbianische Dorf gegenüber zu machen. Am frühen Nachmittag starten wir unsere Reise den Atabapo Fluß aufwärts. Schon bald werden wir von einem Boot eingeholt und gefragt, ob wir die Frau mit ihren 2 kleinen Kindern mitnehmen könnten. Nach unserer Einstellung zu den Indianern und der Natur haben wir dagegen genauso wenig einzuwenden, wie Hilario einem Kolumbianischen Vater ein paar Liter Sprit abgibt. Auf dem Weg mit seinen kranken Kindern ins Krankenhaus ging ihm der Sprit aus und sitzt nun auf einer Sandbank fest. Wir bringen die Frau in ein Dorf namens Chaquita im Cano Chaquita auf der Kolumbianischen Seite des Atabapo, wo sie als Lehrerin in einer Art Internat angestellt ist.
Bei einem Getränk fragen wir sie nach einem Interview, da die Gemeinde den Curipaco-Indianern gehört. Sie bringt uns zum Capitan Gomez. Er berichtet vom gleichen Schicksal, wie die andere Völker auch. Seit der Missionierung durch die Christen, haben sie keine spezifischen Rituale, Tänze und Lieder mehr. Ihren Lebensunterhalt verdienen sich die 204 Einwohner in 42 Familien aus dem Verkauf von Produkten ihres Conucos, Chicichici und von Kunsthandwerk in Puerto
Inirida am Gaviare in Kolumbien. Gejagt wird inzwischen auch mit dem Gewehr und der Fisch wird mit Schnur und Haken gefangen. Die Schule wird vom Staat geführt und im Ort gibt es ein öffentliches Telefon. Für jedes Haus wurde für die Trinkwasserversorgung ein Wasserfaß ans Haus gestellt, das etwa jeden 3. Tag von einem eigens gegrabenen Brunnen mit Eimern gefüllt wird. Ansonsten sind sie mit ihrer Situation ganz zufrieden.
Während des Gespräches wird uns ein Getränk aus einem Gemisch aus Wasser, Kakao und geschrotetem Getreide gereicht. Nachdem wir uns in einem Lagerraum die Kunsthandwerke aus Balsa-Holz geschnitzten Tapiren und Bongos sowie getöpferte Schale anschauten kaufen wir im Laden noch ein paar Guavitas, Guaven-Gelee in Bananenblättern, und Casave und machen uns anschließend auf den Rückweg.