Anreise

13.02. bis 15.02.2009

 

38 °C Außentemperatur, 97% Luftfeuchtigkeit. Die Wetterstation am Flughafen Palangkaraya zeigt in Zahlen, was wir spüren - Sauna pur. ´Hallo Borneo, wir sind da!` Begonnen hat unsere Reise vor exakt 48 Stunden und 45 °C kälter ....

Libanesisches Gebirge Pünktlich um 6:00 Uhr treffen Roland, der angeboten hat, uns zum Flughafen zu fahren, und Bodo mit seinem Bruder bei mir Zuhause ein. Schnell noch das Gepäck umladen und schon geht´s los. Jedoch müssen wir noch einen Umweg über ein Logistikzentrum am Nürnberger Hafen fahren, denn ein Paket mit Hilfsgütern, die uns Helmut zuschickte ist bis jetzt noch nicht eingetroffen. Die einzige Möglichkeit, die noch bleibt, ist dorthin zu fahren und versuchen das Paket beim Umladen heraus zu fischen. Doch leider gelingt es nicht. Somit machen wir uns unverrichteter Dinge auf den Weg. Es hat geschneit und die Autobahnen sind noch frei, doch der Verkehrsfunk lässt nichts Gutes ahnen. Schneebedeckte Fahrbahnen, Staus und Schneepflüge behindern ab Denkendorf die Fahrt. Es ist gut, dass wir so früh losgefahren sind, so kommen wir nur etwas verspätet an. Der Check-in ist schon voll im Gang, Wartezeiten gibt es keine. Dennoch machen wir uns auf die Suche nach den anderen. Helmut ist noch beim Zoll. Marika und Eveline sind leicht zu erkennen. Sie haben als Handgepäck Notfallrucksäcke mit der Aufschrift "Fans for nature", die ihnen eine Firma spendiert hat. Werner aus Aldersbach und Manuela aus Bodenmais sind schon voraus in den Warteraum C03 gegangen. Durch die Scheiben sehen wir unseren völlig eingeschneiten Airbus 330 der Etihat Airways, einer Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Pünktlich um 10:35 Uhr rollen wir zur Startbahn, jedoch muss die Maschine erst enteist werden, so verspätet sich der Start um 40 Minuten. Wir nehmen unsere Plätze 30A + C in einer 2er-Sitzreihe. Vom Genuss am Fenster zu sitzen haben wir nicht viel: während des gesamten Fluges ist mit Ausnahme des Gebietes über Zypern und den libanesischen Gebirgen eine geschlossenen Wolkendecke unter uns. Langeweile kommt jedoch nicht auf. Mit den Touchscreen-Monitoren an den Vordersitzen kann man sich permanent die Zeit vertreiben. Während man sich in einem riesigen Musikarchiv Lieder seiner Wahl anhören kann, wechselt man von den verschiedenen Weltkarten über Fluginformationen zu den 30 Spielen oder man sieht sich einen der 22 Filme an. Mich interessieren mehr die technischen Daten: 39.000 Fuß (11.889 m) -55 °C, 1.013 km/h über Grund.

Flughafen Abu Dhabi Nach 5 Stunden und 20 Minuten landen wir in Abu Dhabi und müssen hier über 6 Stunden auf unseren Anschlussflug in der Kuppelartigen Transithalle warten. Gegen Mitternacht stößt noch Marion aus Gießen mit der Maschine aus Frankfurt als 8. Mitglied unserer Gruppe zu uns. Um 2:10 Uhr, die Zeitverschiebung beträgt hier +3 Stunden, beginnt der 2. Teil der Anreise. Über den indischen Ozean treffen wir bei GOA wieder auf Festland, danach Sri Lanka und wieder hinaus aufs Meer. Als wir an Bandah Aceh vorbei fliegen, werden wieder Erinnerungen an den Tsunami wach. Um 13:35 Uhr landen wir in der Indoinesischen Hauptstadt Jakarta. Die Zeitverschiebung beträgt auch hier weitere +3 Stunden. Während wir problemlos alle Offiziellen Stellen (Visum, Einreis usw.) passieren, bleibt Helmut am Zoll stecken. Trotz der Zollpapiere aus München sind die hiesigen Beamten wohl nicht mit dem angegebenen Wert der Hilfsgüter einverstanden. Glücklicherweise kennt er einige Leute hier. Eine Mitarbeiterin von BOS hat schon auf uns gewartet und mit ihrer Hilfe als Dolmetscherin drücken die Beamten ein Auge zu. Der Wert der Güter wird einfach durch die Anzahl der Reiseteilnehmer geteilt, nichtsahnend, dass jeder von uns ebenfalls Hilfsgüter im Wert von mehreren Hundert Euro dabei hat.

Menschenschlange am Flughafen Jakarta Helmut hat vorab schon alles organisiert. Wir werden von einem Kleinbus abgeholt und in das in der Nähe liegende Hotel "FM7" gebracht. Es gehört einer diskret höheren Kategorie an und bietet uns eine Komfort, den wir nicht einmal zuhause haben. Es wurde aus logistischen Gründen gewählt, da wir am nächsten Tag gleich morgens nach Zentralkalimentan weiterfliegen und durch den extrem günstigen Wechselkurs eine Übernachtung lediglich knapp 30 Euro kostet. Die Zimmer sind komfortabel ausgestattet. Das Bad ist komplett aus Glas und schwarzem Marmor. Wir verzichten lieber aufs Ausruhen, denn nach 28 Stunden der Anreise würden wir sicher einschlafen und das organisatorische Weiter verschlafen. Eine Dusche genügt. Wir treffen uns in der Lounge mit der Mitarbeiterin von BOS um das weitere zu besprechen. Danach nehmen wir das Abendessen ein. Wie uns im Vorfeld bereits angekündigt, gibt es auf der Reise nur nationale Gerichte und so wähle ich zum Einstieg gebratenen Seetang mit Garnelen und Reis. Wir sind uns dabei noch nicht bewusst, wir sehr uns der Reis im weiteren Verlauf noch begleiten wird. Zum Abschluss gehen wir noch in die Bar, wo auf einem riesigen Bildschirm gerade die Bundesliga-Begegnung Herta BSC gen Bayern München live übertragen wird. Das Ergebnis 2 : 1 für die Hertha frustriert Helmut als eingefleischten Bayern-Fan.

Nach dem Frühstück bringt uns der Bus zum Flughafen, an dem schon unheimlich viel los ist. Es dauert, bis wir uns durch die Schlangen kämpfen. Und wieder gibt es Probleme an der Röntgenstation. Diesmal können die Beamten mit dem Röntgenbild von Marikas Koffer nichts anfangen, das doch komplett von dem anderer Reisenden abwich: Vollgestopft mit Medikamenten und medizinischen Material. Da nach dem Öffnen ersichtlich ist, dass es sich bei dieser Menge um Hilfsmittel handelt, geht's auch gleich weiter zum Check-in und zum nächsten Problem: Übergepäck. Hier geht es schließlich nach Entrichten von 800.000 Rp Aufschlag weiter. Bis jetzt waren wir neugierig, mit welchem Fluggerät wir nach Borneo kommen. Die Tatsache, dass nach dem Boardingschalter noch Risiko-Lebensversicherungen angeboten werden, lässt Schlimmes befürchten. Aber auch in Indonesien hat der Fortschritt nicht Halt gemacht. Wir fliegen mit einem Airbus A319 der Batavia Air, zwar schon alt, aber er fliegt. Ich sitze in Reihe 1 am Fenster und kann von oben die ausgedehnten, typisch rechteckig angelegten Ölpalmplantagen und Entwässerungsgräben der einstigen Sumpfregenwälder erkennen. Um 12:00 Uhr landen wir in Palangkaraya: 38 °C, 97% Luftfeuchtigkeit. Nach 48 Stunden und 45 °C wärmer. "Hallo Borneo, wir sind da"